Zimmer frei? Wohnraum in ehemals touristisch genutzten Räumen

Projekttitel: Ferienzimmer ADE! (Themenstellung)
Gemeinde: Bad Mitterndorf, Steiermark
Semester:
Sommersemester 2024

„Bastians Arbeit war eine großartige Ergänzung zu unserem Bürgerbeteiligungsprozess und bietet die Basis für eine Förderstelle oder eine:n Leerstandsmanager:in.“
— Veronika Grill, Bürgermeisterin Bad Mitterndorf

RURASMUS-Studentin: Bastian Kniza
Studienrichtung:
Stadt- und Regionalplanung - Technische Universität Berlin
Titel der Arbeit:
Zimmer frei? Wohnraum durch kommunale Impulse in ehemals touristisch genutzten Räumen
Format der Arbeit:
Seminararbeit



„Touristische Trends wie Ferienwohnungen als Anlageobjekte sind offensichtlich. Gleichzeitig sind kaum Mietwohnungen für junge Menschen vorhanden. Das hat Konsequenzen für einen Ort, die ich in meiner Studienarbeit reflektiert habe.“
— Bastian Kniza, RURASMUS-Student
 

AUSGANGSSITUATION

In der steirischen Gemeinde Bad Mitterndorf ist bezahlbarer Wohnraum knapp – das betrifft besonders kleinere Mietwohnungen. Gleichzeitig gibt es potenzielle Ressourcen in Form leerstehender Wohnungen oder Zimmer, die früher touristisch genutzt wurden. Die Gemeinde erkennt das ungenutzte Potenzial und sieht im Zusammenhang mit dem Masterplanprozess 2030 eine Chance: Durch die Weiternutzung dieser Objekte kann neuer Wohnraum für die Bevölkerung entstehen – und gleichzeitig zur Stärkung der Ortskerne und der historischen Dorfbereiche beigetragen werden. Bastian Kniza, Student der Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin, hat dieses Thema bearbeitet: Er identifizierte mögliche Zielgruppen, machte leerstehende Ressourcen ausfindig und entwickelte Ideen für deren Weiterentwicklung.



Dauer RURASMUS-Semester: 4 Monate
Wohnraum: Zimmer bei einer Gastfamilie mit Architekturbüro
Arbeitsraum: Gemeindeamt Bad Mitterndorf

Student Bastian Kniza, Bürgermeisterin Veronika Grill und Altbürgermeister Klaus Neuper beim Semesterauftakt in Bad Mitterndorf.

 

PROJEKTINHALT

Im Rahmen seines RURASMUS-Semesters setzte sich Bastian Kniza intensiv mit den Themen Tourismus und ungenutzte Raumpotenziale in Bad Mitterndorf auseinander. Mit dem Fahrrad erkundete er das gesamte Gemeindegebiet, einschließlich des Hinterbergertals mit Pichl-Kainisch und Tauplitz, identifizierte Leerstände und entwickelte Vorschläge zur Weiternutzung. Seine zentrale Frage: „Inwiefern kann durch kommunale Impulse Wohnraum in ehemals touristisch genutzten Räumen erzeugt werden und welchen Fokus sollte eine kommunale Strategie haben?"

Während die Bevölkerung im Hinterberger Tal zwischen 1991 und 2021 nur um 2 % wuchs, stiegen Haushalte um 34 % und Gebäude um 28 % und die Beherbergungsstruktur verschob sich deutlich von Hotelbetten hin zu Ferienwohnungen. Die Ferienwohnsiedlung Sonnenalm steht sinnbildlich dafür.

 

Der Tourismus hat Bad Mitterndorf über Jahrzehnte maßgeblich geprägt: Architektur, Infrastruktur und Einkommen haben sich mit dem wachsenden Gästeaufkommen verändert. Heute sind Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen als Anlageobjekte allgegenwärtig – während ein Mietwohnungsmarkt für junge Menschen kaum existiert. Knizas Arbeit untersucht dieses Nebeneinander und formuliert daraus konkrete Ansätze: Wie können leer stehende Tourismusobjekte so weiterentwickelt werden, dass sie Lebensqualität, Tourismus und soziale Strukturen gleichermaßen stärken?

 

PROJEKTERGEBNIS

Bastians Ziel war nicht ein radikales Umdenken, sondern die Bestärkung eines bereits eingeschlagenen Weges: Die Gemeinde hat das Potenzial leerstehender Objekte erkannt – Knizas Arbeit liefert nun die empirische und konzeptionelle Grundlage dafür. Die Ergebnisse wurden im Marktblatt Bad Mitterndorf veröffentlicht, sodass alle Bürger:innen Einblick nehmen können. Darüber hinaus fließen sie in den laufenden Bürgerbeteiligungsprozess der Gemeinde ein. Was die Arbeit konkret bewirkt – das, so Bürgermeisterin Grill, wird sich in den nächsten ein bis zwei Jahren zeigen.

 

Student Bastian Kniza präsentiert im Rahmen der Schlusspräsentation SKGT24 in der Trinkhalle in Bad Ischl ihre Projektergebnisse.

„Durch seine empirische Arbeit habe ich selbst viel Neues über die Entstehung des Tourismus in unserer Gemeinde erfahren.“
— Veronika Grill, Bürgermeisterin Bad Mitterndorf
 

Neugierig? Lies hier weiter:

 
 

Die Copyrights der Fotos liegen in der folgenden Reihenfolge bei:

Bild 1: Portrait Bastian Kniza: Kleinsasser © RURASMUS
Bild 2: Semesterauftakt © Bad Mitterndorf
Bild 3: Portrait: Kleinsasser © RURASMUS’
Bild 4-5: Grafiken © Bastian Kniza
Bild 6: Ferienwohnsiedlung Sonnenalm © Henning Christoph
Bild 6: Schlusspräsentation SKGT24: Kleinsasser © RURASMUS


Dieses Semester war Teil des RURASMUS-Projekts “New Living in Rural Area” im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024.

 
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