Beteiligungs-Orientierte Planung: Ein neues Kirchplatzl für Taufkirchen

Projekttitel: “ReNew Kirchplatzl” (Themenstellung)
Gemeinde: Taufkirchen an der Trattnach, Oberösterreich
Semester:
Sommersemester 2025

Sandra hat bei uns etwas angestoßen. Sie hat Ideen eingebracht, die nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern die wir auch umsetzen können.
— Rudi Burgstaller, Gemeinderat Taufkirchen an der Trattnach

Sandra Frank mit ihrer Hündin in Taufkirchen an der Trattnach

RURASMUS-Studentin: Sandra Frank
Studienrichtung:
Architektur - FH Kärnten, Spittal an der Drau
Titel der Arbeit:
RE:NEW Kirchplatzl (Gemeinschaft gestalten: Beteiligungsorientierte Planung und Aufwertung des öffentlichen Raums in Taufkirchen an der Trattnach)
Format der Arbeit:
Masterarbeit



Partizipative Planung ermöglicht es, die vielfältigen Perspektiven der Bevölkerung zu integrieren und einen Raum zu schaffen, der wirklich für diese Menschen funktioniert.
— Sandra Frank, RURASMUS-Studentin
 

AUSGANGSSITUATION

Die Gemeinde Taufkirchen an der Trattnach steht vor einer Frage, die viele Ortszentren in ländlichen Regionen kennen: Was tun mit einer zentralen Fläche, die ihr Potenzial verloren hat? Wo einst die alte Volksschule und das Kaufhaus standen, befindet sich heute eine provisorische Parkfläche. Die beiden Gebäude wurden abgebrochen, und fehlende finanzielle Mittel verhinderten bislang eine Weiterentwicklung. Dabei schlummert mitten im Ort ein rund 2.000 Quadratmeter großer Potenzialraum in attraktiver Südhanglage, direkt neben Kirche, Pfarre und Gasthaus.



Dauer RURASMUS-Semester: 6 Monate
Wohnraum: WG gemeinsam mit einer RURASMUS-Kommilitonin

Sandra Frank gemeinsam mit ihrem RURASMUS-Buddy Rudi Burgstaller, Gemeinderat in Taufkirchen an der Trattnach, der sie von Anfang an in der Gemeinde begleitet hat.

 
Sandra war überall dabei – beim Kirchenwirt, bei der Musikprobe, beim Osterfeuer, beim Maiblasen, beim Traktorfahren und Sensenmähen der Landjugend. Man hat gespürt: Sie gehört jetzt dazu.
— Rudi Burgstaller, Gemeinderat Taufkirchen an der Trattnach

Sandra Frank (rechts) mit ihren RURASMUS-Kommilitoninnen Lena Keresztes (links) und Charlotte vom Kolle (mittig) beim Osterfeuer.

PROJEKTINHALT

Sandra Frank, Architekturstudentin an der FH Kärnten, brachte genau jenen Blick von außen mit, den es für solche Fragen braucht. Sie stammt selbst aus einer kleinen Gemeinde in Thüringen und weiß aus eigener Erfahrung, wie wertvoll es ist, wenn Menschen die Zukunft ihres Ortsbildes selbst mitbestimmen können. Aus einer ersten Auseinandersetzung mit dem Ort entwickelte sie drei Leitfragen: Wie kann der Raum rund um die Kirche zu einem generationsübergreifenden Mittelpunkt werden? Welche Nutzungen fehlen im Ort und könnten hier Platz finden? Und wie lassen sich Aufenthaltsqualität, Identität und Alltagstauglichkeit verbinden?

Beim Zukunftspicknick am Kirchenplatzl diskutierten Bürger:innen aller Altersgruppen mit Luftbildern und Plänen die Zukunft des Ortszentrums.

Bevor sie selbst Antworten suchte, wollte sie die Menschen vor Ort hören. Um möglichst viele Stimmen zu erfassen, lud Sandra Frank jeden Haushalt persönlich zum Zukunftspicknick, einem offenen Beteiligungsformat, ein, das sie direkt am Kirchplatzl, mitten im künftigen Planungsgebiet, veranstaltete. Der Parkplatz wurde eigens gesperrt, ein symbolischer Schritt, der zeigte, dass dieser Ort mehr sein kann als eine Abstellfläche. Mit ausgelegten Luftbildern und Plänen zum Einzeichnen entstanden lebhafte Diskussionen.

 

PROJEKTERGEBNIS

Dabei zeigte sich, dass die Wünsche der Bevölkerung über das Kirchenplatzl hinausgingen: Der Wunsch nach mehr Grünflächen, Begrünung und Sitzgelegenheiten war ebenso präsent wie die Erkenntnis, dass auch angrenzende Leerstände in die Planung miteinbezogen werden sollten. Die Ergebnisse flossen direkt in den Entwurf ein. Das fertige Konzept liegt der Gemeinde nun als Grundlage für weitere Planung und Entscheidungsfindung vor. Bei der Abschlusspräsentation waren fast 100 Personen anwesend – jung und alt, aus Pfarre und Ort. „Das war kein Strohfeuer. Wir wollen das weiterführen, mit einem Team engagierter Bürger:innen", so Burgstaller.

 
Das RURASMUS-Projekt zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll neue Perspektiven und der direkte Austausch zwischen Studierenden, Gemeinde und Bevölkerung sein können.
— Gerhard Schaurr, Bürgermeister Taufkirchen an der Trattnach
 

Bei der Abschlusspräsentation in Taufkirchen an der Trattnach kamen fast 100 Bürger:innen zusammen, um die Ergebnisse des Entwurfs zu diskutieren, der aus dem beteiligungsorientierten Planungsprozess entstanden ist.

 
 

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Die Copyrights der Fotos liegen in der folgenden Reihenfolge bei:

Bild 1-2 © RURASMUS
Bild 3-6 © Sandra Frank

 
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