Soziale Durchmischung im Wohnbau

Projekttitel: Roith - Mischung möglich? (Themenstellung)
Gemeinde: Bad Ischl, Oberösterreich
Semester:
Sommersemester 2024

„Daria hat sich bis ins kleinste Detail Gedanken gemacht, wie man den Ortsteil aufwerten und weiterentwickeln kann. Wir haben das zum Anlass genommen, nach ihren Vorschlägen umzuwidmen: der Flächenwidmungsplan wurde bereits entsprechend abgeändert und einstimmig beschlossen.“
— Ines Schiller, Bürgermeisterin Bad Ischl

RURASMUS-Studentin: Daria Kariakina
Studienrichtung:
Stadt- und Regionalplanung - Technische Universität Berlin
Titel der Arbeit:
Roith – Mischung möglich? Konzept zur sozialen Durchmischung und Aufwertung einer stigmatisierten Wohnsiedlung im ländlichen Raum
Format der Arbeit:
Bachelorarbeit



„Mein Wohnen und Arbeiten in einem Gebiet, das Gegenstand meiner Forschung war, führte zu einer spannenden Symbiose, die mich stark geprägt hat.“
— Daria Kariakina, RURASMUS-Studentin
 

AUSGANGSSITUATION

Bad Ischl, die Bannerstadt der Kulturhauptstadt Europas im Salzkammergut 2024, ist bekannt für ihre reiche Geschichte und prachtvollen Bauten. Doch Bad Ischl ist nicht nur eine Stadt, die von Tourist:innen geliebt wird, sondern auch eine Wohnstadt mit unterschiedlichen Qualitäten. Im Ortsteil Roith, einer sanierungsbedürftigen Wohnsiedlung im Eigentum der Stadtgemeinde, engagieren sich die Bewohner:innen liebevoll für ihr Umfeld – während das Bild von außen von negativen Vorurteilen geprägt ist. Dort soll nun ein Neubau entstehen, der soziale Durchmischung fördert. Die 14.000-Einwohner:innen-Stadt suchte mithilfe von Daria Kariakina, Studentin der Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin, nach Wegen, wie der Ortsteil Roith ganzheitlich aufgewertet werden kann. Mit RURASMUS sollte dieser Stein ins Rollen gebracht werden.



Dauer RURASMUS-Semester: 4 Monate
Wohnraum: Wohnung im Ortsteil Roith
Arbeitsraum: Projektgebiet Roith und Bauabteilung der Stadtgemeinde Bad Ischl

„Hinter dem kaiserlichen Tellerrand“ liegt der Bad Ischler Ortsteil Roith, der mit vielen negativen Assoziationen verbunden und ziemlich stark stigmatisiert ist.

 

PROJEKTINHALT

Im Rahmen ihres RURASMUS-Semesters setzte sich Daria Kariakina intensiv mit der Entwicklung des Ortsteils Roith auseinander, der häufig mit negativen Vorurteilen und Stigmatisierungen belastet ist. Ihre Analyse zeigte jedoch, dass diese Wahrnehmung nicht mit dem Leben vor Ort und dem Selbstbild der Bewohner:innen übereinstimmt. Ihre Aufgabe war es, ein ganzheitliches Konzept zur Aufwertung des Quartiers zu entwickeln und in enger Zusammenarbeit mit Politik, Bürger:innen und lokalen Akteur:innen die Grundlage für einen positiven Imagewandel zu schaffen.

Im Rahmen des Frühlingsfests fand ein partizipativer Workshop statt, in dem Bewohner:innen und RIURASMUS-Komiliton:innen mit Bürgermeisterin Ines Schiller gemeinsam Ideen für den Ortsteil entwickelten.

 

Ein zentrales Element ihres Projekts war die Arbeit direkt im Projektgebiet: Daria wohnte in Roith und konnte dadurch mit vielen Menschen sprechen, ihr Alltagsleben beobachten und sie verstehen lernen. Auf Basis einer gründlichen Ortsanalyse entwickelte sie ein umfassendes räumliches Konzept mit Maßnahmen in vier Phasen über zehn Jahre. Das Konzept umfasst Verbesserungen im Verkehrsnetz, die Sicherstellung lokaler Nahversorgung, Neubauten verschiedener Typologien sowie Gemeinschaftsräume, die das soziale Miteinander fördern und unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammenbringen sollen.

Aufbauend auf der Ortsanalyse formuliert das Konzept Maßnahmen. In Plänen, Karten und Schemas sind diese Maßnahmen beschrieben und in vier Entwicklungsphasen für die nächsten zehn Jahre aufgeteilt.

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PROJEKTERGEBNIS

Darias Arbeit hat in Bad Ischl etwas in Bewegung gesetzt. Ein zentrales Umdenken konnte sie anstoßen: Die Aufwertung eines stigmatisierten Ortsteils ist kein Problem einzelner Eigentümer:innen, sondern eine gesamtstädtische Aufgabe, die gemeinsame Visionen und strukturierte Planung braucht. Besonders wirksam war die enge Zusammenarbeit mit der Bauabteilung und Bürgermeisterin Ines Schiller. Basierend auf Darias Vorschlägen wurde der Flächenwidmungsplan bereits geändert und eine Umwidmung einstimmig beschlossen. Außerdem wurde ihr Entwurf der LAWOG in Linz vorgestellt, die sich begeistert zeigte und gemeinsam mit Bad Ischl in Roith aktiv werden will und Daria soll dabei eingebunden werden.

 

Studentin Daria Kariakina im Austausch mit Stadtrat Johannes Bauer im Rahmen der Schlusspräsentation SKGT24 in der Trinkhalle in Bad Ischl.

„Mein größter Wunsch war es, dass wirklich etwas entsteht! Das wir einen jungen Menschen – jemanden Fremden – dort hineinsetzen und dass diese Person mit den Leuten auskommt und im Austausch mit ihnen etwas entwickelt. Es hat funktioniert!“
— Ines Schiller, Bürgermeisterin Bad Ischl
 

Neugierig? Lies hier weiter:

 
 

Die Copyrights der Fotos liegen in der folgenden Reihenfolge bei:

Bild 1: Portrait Daria Kariakina: Kleinsasser © RURASMUS
Bild 2: Luftbild Roith, Bad Ischl © Chris Gütl
Bild 3-4: Workshop beim Frühlingsfest © Daria Kariakina
Bild 5-6: Plangrafiken © Daria Kariakina
Bild 7: Schlusspräsentation SKGT24: Kleinsasser © RURASMUS


Dieses Semester war Teil des RURASMUS-Projekts “New Living in Rural Area” im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024.

 
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